Restaurationsprojekt der Wilhelm Sauer Orgel in Altenbochum 2004
Altenbochum 2004
Lukaskirche
Viel zu spät ist der historische und musikalische Wert der
Orgeln der Jahrhundertwende um 1900 erkannt worden. Sie
wurden lange als Fabrikorgeln bezeichnet und mit Begriffen
wie Verfall und Dekadenz belegt. Deshalb sind viele dieser
Orgeln verschwunden und durch neue Instrumente ersetzt
worden. Um so erfreulicher ist es, dass in Bochum diese Wilhelm-
Sauer-Orgel in großen Teilen über 100 Jahre überdauern
konnte.
Bei einem Umbau der Orgel vor ca. 50 Jahren erhielt die
Orgel einen neuen Spieltisch mit elektrischer Traktur. Dies wurde
wieder in den originalen, pneumatischen Zustand zurück
geführt. Da aber das Wissen um den Bau von pneumatischen
Trakturen und Spieltischen weitgehend verloren ist, sind wir
froh, in der Lage zu sein, über Fachpersonal und Kenntnisse
zu verfügen, um eine solche Arbeit durchführen zu können.
Die Windversorgung der Orgel war ebenfalls stark verändert
und mußte fast komplett rekonstruiert werden.
Das elektrische Gebläse und der große Magazinbalg sind im
Turmraum untergebracht. Über Holzkanäle wird der Wind in
die Windladen und in den Spieltisch geleitet und durch Regulierbälge
beruhigt.
Disposition
I. Manual
- Bourdon 16'
- Prinzipal 8'
- Flûte harmonique 8'
- Viola di Gamba 8'
- Gedackt 8'
- Gemshorn 8'
- Dolce * 8'
- Octave 4'
- Rohrflöte 4'
- Piccolo 2'
- Mixtur 4f
- Trompete * 8’
II. Manual
- Lieblich Gedackt * 16'
- Principal * 8'
- Lieblich Gedackt 8'
- Konzertflöte 8'
- Aeoline * 8'
- Vox coelestis * 8'
- Schalmei * 8'
- Fugara * 4'
- Traversflöte 8'
- Rauschquinte 2-fach *
Pedal
- Principal 16'
- Violon * 16'
- Subbass 16'
- Oktavbass 8'
- Bassflöte 8'
- Violoncello * 8'
- Octave 4'
- Posaune 16'
Die mit einem * gekennzeichneten Register sind rekonstruiert,
die übrigen Register sind original.