Hamburg, St. Michaelis 2009
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St. Michaelis
Die Hauptkirche St. Michaelis zu Hamburg ist das markante Wahrzeichen Hamburgs. Die Kirche, mit ihrem 132 m
hohen Turm von Hamburgern und Nicht-Hamburgern liebevoll "Michel" genannt, kann sicherlich zu den bedeutendsten
protestantischen Barockbauten gezählt werden. Erbaut wurde die Kirche zwischen 1751 und 1762, 1906 wurde sie
durch einen großen Brand sehr stark beschädigt, und in den Jahren zwischen 1907 und 1912 nach historischem
Vorbild wieder aufgebaut.
Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Kirche wiederum Beschädigungen, die in den darauf folgenden Jahren beseitigt wurden.
Bis zur Gesamtrestaurierung des Michels 2007-09 verfügte der Hauptkirchenraum über drei Orgelwerke: die Steinmeyer-Hauptorgel aus dem Jahr 1962,
angeordnet hinter dem weitgehend erhaltenen Orgelprospekt der Walcker-Orgel aus dem Jahr 1906 auf der Westempore, die
Marcussen-Konzertorgel, erbaut 1909 und angeordnet auf der Nordempore der Kirche, sowie im Chorraum die Grollmann-Orgel.
Im Anschluss und im Zusammenhang mit der Restaurierung des
Kirchenraumes wurden die Orgeln der Hamburger Michaeliskirche
einer sorgfältigen Restaurierung unterzogen.
Mit der Durchführung der Restaurierungsmaßnahmen wurden die beiden Orgelbauwerkstätten Freiburger
Orgelbau Hartwig und Tilmann Späth und Orgelbau Klais Bonn gemeinsam betraut, die dieses große Projekt in enger
Abstimmung und gemeinsamer Verantwortlichkeit durchführten.
Die Abstimmung des Restaurierungs- und Maßnahmenkonzeptes wurde durch die Orgelkommission der Hamburger
Michaeliskirche erarbeitet und liegt dem Maßnahmenkatalog zugrunde. Die Orgelkommission, die, wie oben
ausgeführt, auch die Grundkonzeption der Restaurierung definiert hat, wird das Projekt bis zur Fertigstellung
und darüber hinaus begleiten.
Sie setzt sich wie folgt zusammen:
Die beiden hauptamtlichen Kirchenmusiker der Hamburger Michaeliskirche Kirchenmusikdirektor Manuel Gera und Kirchenmusikdirektor Christoph Schoener,
der Orgelsachverständige der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und jetzige Landeskirchenmusikdirektor Hans-Jürgen Wulf, sowie
als extern hinzu gezogener und für das Projekt bestellter Orgelsachverständiger Manfred Schwartz, Orgelsachverständiger der Evangelischen Landeskirche Westfalen.
Der Auftrag für die Orgelrestaurierungsmaßnahme wurde durch den Kirchenvorstand der Hauptkirche
St. Michaelis den beiden Orgelbauwerkstätten gemeinschaftlich erteilt.
Die Finanzierung des Gesamtprojektes wird nicht aus dem Kirchensteueraufkommen oder aus dem Etat der Kirchengemeinde
St. Michaelis aufgebracht, sondern ist in ihrer Gesamtheit der Großzügigkeit des Ehepaares Günter und
Liselotte Powalla zu verdanken, die mit ihrer G. und L. Powalla Bunny's Stiftung die Finanzierung übernommen haben.
Das Spenderehepaar hat noch die Vorkriegs-Orgellösung der Hamburger Michaeliskirche einschließlich des
faszinierenden Fernwerks miterlebt; das Ehepaar hat sich dankenswerterweise für die Abrundung des Orgelkonzeptes
durch die Wiedereinrichtung eines Fernwerkes an der Stelle, an der es auch bereits 1910 errichtet worden war, stark gemacht.
Orgelbau Klais
St. Michaelis
Das Gesamtkonzept der Orgelrestaurierung setzt sich aus den fünf folgenden Punkten zusammen, die die Grundlage der Maßnahme darstellen:
Mit der Fertigstellung der Umsetzung dieser Gesamtkonzeption wird die Hamburger Michaeliskirche über
eine einmalige Orgelsituation mit vier Orgelpersönlichkeiten unterschiedlicher Epochen und Ausrichtung
verfügen: Der Hamburger Michel wird dann über einen Instrumentenkanon verfügen, der von der
Ausrichtung auf die Musikepoche Carl Philipp Emanuel Bachs bis hin zu Visionen für zeitgenössische
und zukünftige Musik reicht, zu Ehre Gottes und zur Freude der Menschen.
Grundriss der Kirche