Orgelwerke

München, St. Gertrud

Renovierung der Gebr. Späth-Orgel (1979) | II/26 | 2018

FERTIGSTELLUNG FÜR FRÜHJAHR 2018 GEPLANT

 

Die Pfarrkirche St. Gertrud wurde 1956 für die wachsende Gemeinde im Münchner Stadtteil Harthof erbaut. Trotz der zeittypisch schlichten Bauform ist ein interessantes dreischiffiges Kirchengebäude entstanden. Das Innere prägen Pfeiler-Reihen, welche die schmalen Seitenschiffe mit ihren Rundbogenfenstern vom Hauptschiff abgliedern, das wiederum in einen verjüngten Choranbau mündet. Die dunkle Satteldach-Kirchendecke kontrastiert mit dem hellen, weiß gefassten Raum.

Mittig auf der Empore errichtete die Ennetacher Firma gebr. Späth 1979 eine zweimanualige Orgel in einem einfachen rechteckigen Gehäuse. Unregelmäßig in der Front aufgestellte Pfeifen der Oktave 4‘ (HW) bilden den unauffällig-zurückhaltenden Prospekt.

Folgende Maßnahmen waren außer den üblichen Reinigungs- und Revisionsarbeiten Bestandteil der von uns durchgeführten, umfassenden Renovierung:

- Teilerneuerung der Elektrik um Sicherheit und Funktionalität zu gewährleisten. Dabei Neuverkabelung der Spieltischelektrik, sowie Einbau einer elektronischen Setzeranlage.

- Entfernung des zuvor seitlich separat stehenden Registerschaltpultes, stattdessen Neuanordnung der Wippen  im Spieltisch oberhalb des II. Manuals. Nahezu kompletter Neubau des oberen Spieltischaufbaus inkl. Beleuchtung.

- Überarbeitung der Balganlage und Austausch von Teilen der Winddrucksteuerung zur erforderlichen Stabilisierung des Windsystems.

- Dispositionsänderungen: Ersatz der Quintade 8‘ im HW durch ein neues Salicional 8‘ unter Wiederverwendung der tiefsten Quintade-Pfeifen. Austausch der beiden 2‘-Manualregister (Superoktave ins HW und Waldflöte ins SW). Ergänzung eines neuen, zeichnend klingenden Bordun 16‘ im HW.

- Grundlegende Überarbeitung des bisher unausgewogenen, dünn-scharfen Klanges. Nachintonation mit dem Ergebnis von mehr Farbe, Fülle, Volumen und Mischfähigkeit.

Ansicht der Orgel im Raum
Prospektdetail
Spieltisch vor dem Umbau

Disposition

I. Hauptwerk C-g3

  1. Bordun 16’ (neu)
  2. Prinzipal 8'
  3. Rohrflöte 8’
  4. Oktave 4’
  5. Koppelflöte 4’
  6. Nasatquinte 2 2/3’
  7. Oktave 2’ (ursprünglich im Schwellwerk)
  8. Mixtur V 1 1/3’
  9. Trompete 8’
    Tremulant

II. Schwellwerk C-g3

  1. Holzgedackt 8’
  2. Salicional 8’ (neu, ursprünglich Quintade)
  3. Prinzipal 4’
  4. Spitzflöte 4’
  5. Waldflöte 2’ (ursprünglich im Hauptwerk)
  6. Terzlein 1 3/5’
  7. Quintflöte 1 1/3’
  8. Scharff IV  1’
  9. Oboe 8’
    Tremulant

Pedal C-f1

  1. Subbaß 16’
  2. Prinzipal 8’
  3. Pommer 8’
  4. Oktave 4’
  5. Nachthorn 2’
  6. Mixtur IV  2 2/3’
  7. Posaune 16’
  8. Trompete 8’
    Tremolo