Orgelwerke

Linz, Anton Bruckner Universität

Orgelneubau nach Cavaillé-Coll

Die Anton Bruckner Privatuniversität

Die Universität ist benannt nach Joseph Anton Bruckner (4. September 1824 in Ansfelden, Oberösterreich - 11. Oktober 1896 in Wien). Die Bildungsstätte ist eine von fünf österreichischen Hochschulen für Musik, Schauspiel und Tanz und eine von vier Universitäten am Standort Linz. Zehn Jahre lang war die Linzer Anton-Bruckner-Privatuniversität eine Musikhochschule ohne echte Heimat: 2004 als Nachfolgerin des örtlichen Bruckner-Konservatoriums gegründet, waren ihre Institute lange Zeit über mehrere Standorte in der Stadt verteilt und dort von notorischer Raumnot geplagt.
Um Abhilfe zu schaffen, hatte das Land Oberösterreich 2008 einen offenen Architektenwettbewerb für den Neubau ausgelobt. Darin setzte sich das Architekturbüro 1 aus Linz durch. Mit einem „leichten Vorhang im gewachsenen Baumbestand“ hatte die Wettbewerbsjury seinerzeit den Entwurf verglichen, und dieses Bild vermittelt auf den ersten Blick auch das gebaute Objekt. Der Neubau steht im Linzer Stadtteil Urfahr, rechts der Donau und damit gegenüber der Altstadt, zu Füßen des Pöstlingsbergs. 
Es werden hier 850 Studierende aus allen Teilen der Welt von 220 ProfessorInnen und UniverstätslehrerInnen unterrichtet, die als KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen und PädagogInnen international ausgewiesen sind.

 

Aufstellungsplatz und Konzept der Orgel

Die Orgel wurde im Musiksaal aufgestellt, der eine Größe von ca. 165 m² hat. 
Für das Konzept wurde ein Instrument nach der Tradition des französisch romantischen Orgelbauers Aristide Cavaillé-Coll (04. Februar 1811 in Montpellier - 13. Oktober 1899 in Paris) geplant. Die Ausrichtung sollte sich an Instrumenten dieses renommierten Orgelbauers aus der Zeit um 1865 orientieren. Orgeln dieser Zeit hatten eine ganz besonders hohe Qualität. Bei diesen Instrumenten ist eine gewisse Leichtigkeit und Eleganz im Klang zu spüren, auf der anderen Seite sind die romantischen Register schon voll entwickelt. Die Vielzahl an charakteristisch ausgeprägten Grundstimmen ergänzen sich, verschmelzen bei einer gekonnten Intonation wunderbar miteinander, füllen den Raum und erfassen den Zuhörer.
Die sehr geschickt gewählte Disposition mit 22 Registern auf drei Manualen und Pedal sieht unter anderem vor, dass die 4 Register der Positif auch als Transmissionsregister im Pedal spielbar sind. 
Für uns und insbesondere für Reiner Janke war es eine ganz besondere Herausforderung, einen „Kathedral-Klang“ zu miniaturisieren. 

 

Prospektgestaltung

Die architektonische und ornamentale Ausgestaltung des Prospekt-Entwurfes erfolgte im Stil der Cavaillé-Coll-Orgel des Tschaikowski-Konservatoriums in Moskau.

Disposition

I. Grand Orgue C-a3

  1. Montre 8'
  2. Bourdon 8'
  3. Prestant 4'
  4. Quinte 3' *
  5. Doublette 2' *
  6. Plein Jeu 4f. *
  7. Cornet 4f. ab g0 *
  8. Trompette 8' *

II. Positif C-a3

  1. Bourdon 16'
  2. Flûte harmonique 8'
  3. Violoncelle 8'
  4. Octave 4'

III. Récit expressif C-a3

  1. Bourdon 8'
  2. Viole de Gambe 8'
  3. Voix celeste 8'
  4. Flûte octaviante 4'
  5. Octavin 2' *
  6. Trompette harm. 8' *
  7. Basson-Hautbois 8'
  8. Voix humaine 8'
    Trémolo 

Pedal C-f'

  1. Contrebasse 16'
    Soubasse 16' Transmission aus dem II. Manual
    Flûte 8' Transmission aus dem II. Manual
    Violoncelle 8' Transmission aus dem II. Manual
    Octave 4' Transmission aus dem II. Manual
  2. Bombarde 16' *

* = Jeux de combinaison 

Koppeln:
Tirasse: Grand Orgue, Positif, Récit expressif
Copula: R. P., R. G.O., P. G.O. 
Octaves graves R., Aigue R. PED.
Appel G.O., R., PED.
mechanische Spieltraktur, mechanische Registertraktur mit Setzeranlage (Doppelregistratur)