Orgelwerke

Braunschweig, Dom, Chororgel

Neubau | III/31 +6 Ext. +17 TM | 2023

FERTIGSTELLUNG GEPLANT BIS 2023

Seit langem besteht der Wunsch der Gemeinde und ihrer Kirchenmusiker, eine Chororgel für den geschichtsträchtigen Dom zur Verfügung zu haben. Das reichhaltige Chormusikleben und die akustische Situation machen ein solches Instrument geradezu zur Notwendigkeit. Die von uns überarbeitete Schuke-Orgel im Westen kann naturgemäß die vorderen Bereiche des Domes nur indirekt und verzögert erreichen und somit die dort stattfindenden Gottesdienste und Chorkonzerte musikalisch nicht optimal unterstützen. Aufgrund der hervorragenden Eignung englisch-romantischer Klangvorstellungen für die Begleitung von Chormusik in großen Kathedralen wird auch in der neuen Braunschweiger Chororgel eine englisch geprägte Disposition und Intonation ausgeführt werden.

Verschiedenste Möglichkeiten der Aufstellung einer geeigneten Chororgel wurden im Laufe der Jahre durch die Kommission erörtert. Einerseits musste die Position akustisch und technisch sinnvoll sein, andererseits durfte der architektonische Eindruck der Innenansichten und der wertvollen Seccomalerei im Chor- und Vierungsbereich nicht nachhaltig beeinträchtigt werden. Zusammen mit Architekten, Beauftragten der Denkmalpflege und einem Orgeldesigner wurde schließlich ein Konzept erarbeitet, bei dem die Orgel auf zwei unregelmäßig geschwungene, freistehende und spiegelbildlich angeordnete Türme verteilt und am Übergang vom Vierungschor zum Querhaus aufgestellt wird. Große Pedalpfeifen werden zu ebener Erde im Südquerschiff positioniert.

Die Chororgel erhält 31 reale Register, deren Verwendungsmöglichkeiten durch diverse Transmissionen und Extensionen erheblich erweitert wird. Dazu werden die Windladen teilweise mit Einzeltonsteuerungen ausgestattet. Sowohl das Schwellwerk (südlicher Orgelturm), als auch das Hauptwerk (Nordturm) werden an drei Seiten mit separat steuerbaren Jalousien ausgestattet. Auf dem dritten Manual (Solo) runden eine Hochdruck-Tuba und zwei digitale Glockenregister das Klangbild ab. Die Superoktavkoppeln sind in den Manualen bis g4 ausgebaut. Ein mobiler Spieltisch wird als Zentralspieltisch dienen, von dem aus sowohl die neue Chororgel, als auch die Hauptorgel im Westen gespielt werden können.

Wir freuen uns, die verantwortungsvolle Aufgabe zum Bau der geplanten Chororgel ausführen zu dürfen. Zunächst werden bis 2023 Spieltisch, Pedal und Südorgel gebaut. Ja nach Finanzierung soll alsbald auch der Auftrag zum Bau des Hauptwerkes folgen.

Der Orgelbauverein informiert mit einer eigenen Homepage über das Chororgelprojekt.

Disposition

I. Hauptwerk (schwellbar) C-g3

  1. Grand Diapason 16'
  2. Bourdon 16'
  3. Diapason 8'
  4. Claribel Flute 8'
    Bourdon 8'  (Ext.)
  5. Viola da Gamba 8'
  6. Vox coelestis 8'
  7. Octave 4'
  8. Flûte harmonique 4'
  9. Quinte 2 2/3'
  10. Superoctave 2'
  11. Mixture III 1 1/3'
  12. Trompete 16'
  13. Trompete 8'
  14. Clarionet 8'
    Tremulant

II. Schwellwerk C-g3

  1. Salicional 16'
  2. Geigenprincipal 8'
  3. Hohlflöte 8'
  4. Lieblich Gedackt 8'
  5. Salicional 8'
  6. Dulciana 8'
  7. Vox angelica 8'
  8. Gemshorn 4'
  9. Concert Flute 4'
  10. Piccolo 2'
  11. Mixture III-IV 2'
  12. Contra Hautboy 16'
  13. Hautboy 8'
  14. Cornopean 8'
    Clarion 4' (Ext.)
    Tremulant

III. Solo C-g3

  1. Tuba Mirabilis 8'
    Cathedral Chimes (digital)
    Celesta (digital)

Pedal C-f1

  1. Open Diapason 16'
    Diapason 16'  (TM I.)
    Bourdon 16'  (TM I.)
    Salicional 16'  (TM II.)
    Open Diapason 8'  (Ext.)
    Diapason 8'  (TM I.)
    Geigenprincipal 8'  (TM II.)
    Bourdon 8'  (TM I.)
    Lieblich Gedackt 8  (TM II.)
    Viola da Gamba 8'  (TM I. )
    Salicional 8'  (TM II.)
    Open Diapason 4'  (Ext.)
    Octave 4'  (TM I.)
  2. Ophicleide 16'
    Trompete 16'  (TM I. )
    Cornopean 8'  (TM II.)
    Contra Hautboy 16'  (TM II.)
    Ophicleide 8'  (Ext.)
    Trompete 8'  (TM I. )
    Cornopean 8'  (TM II.)
    Hautboy 8'  (TM II.)
    Ophicleide 4'  (Ext.)
    Clarion 4'  (TM II.)


    Koppeln: I-P, II-P, III-P
    Oktavkoppeln (ausgebaut bis g4):
       Sub/Super I, Sub/Super II,  Sub/Super III,
       Aequal ab I/II/III

    freie Manualzuordnung der Werke
    Setzeranlage