Orgelwerke

Weilheim, Stadtpfarrkirche

Neubau | IV/43 +6 Ext. +2TM | 2024

FERTIGSTELLUNG GEPLANT FÜR 2024

Die Weilheimer Stadtpfarrkirche von 1628 zählt zu den bedeutendsten Sakralbauten des Pfaffenwinkels und stellt aus kunsthistorischer Sicht mit ihrem seltenen Architekturstil ein bemerkenswertes Beispiel des Manierismus dar. Hierbei beginnen sich die strengeren Formen der Renaissance aufzulösen und zur Lebendigkeit des Barock weiter zu entwickeln.

Das reiche kirchenmusikalische Leben an der Stadtpfarrkirche, die selbst eine hervorragende Akustik besitzt, bedarf einer angemessenen Orgel mit hochkarätiger Klangsubstanz, welches das ausgediente Vorgängerinstrument nicht mehr bieten konnte.

Das Klangkonzept der neuen Orgel basiert auf der süddeutschen Musiktradition, in der sich Einflüsse aus verschiedenen Regionen vereinen. Ihr Charakter wird demnach vor allem auf differenzierte Farbigkeit, Fülle und Durchhörbarkeit angelegt sein, deren Glanz sich aus den Zugenstimmen entwickelt. Begünstigt von der klaren Raumakustik stehen nicht gewaltige Kraft, sondern eine edle Tonalität mit eleganten Flöten und Streichern im Vordergrund. Die Klangstilistik wird durch eine Auswahl von Aliquoten und individuellen Farben erweitert, die ein breites und zukunftgerichtetes Interpretationsspektrum ermöglichen. Liturgische und konzertante Aufgaben lassen sich mit dem vorliegenden Dispositionskonzept, in welches persönliche Anregungen des Orgelvirtuosen Jean Guillou eingeflossen sind, gleichermaßen musikalisch anspruchsvoll erfüllen. 

Die Fensterpositionen in der Kirchenrückwand gab den Anlass, die Orgel auf vier separate Klangkörper zu verteilen. In den drei Gehäusen auf der Empore stehen die mechanisch traktierten Manualwerke I. bis III. sowie das elektrisch angesteuerte Pedal: Mittig das Hauptwerk mit Großpedal, flankiert vom Positiv (links) und Schwellwerk (rechts), die jeweils einen Teil des Kleinpedals enthalten. Als musikalische Ergänzung wird hinter dem Hauptaltar ein schwellbares Fernwerk als IV. Manual (Solo) mit überblasenden Stimmen eingebaut, das für besondere Klangeffekte sorgen wird. Insgesamt ergibt sich so eine breitgefächertere Klangabstrahlung, die mit dem Solowerk auch der süddeutschen Tradition orgelbegleiteter Liturgien im Chorbereich nachkommt. Der Spieltisch wird als freistehende Konsole mit guter Sicht- und Hörkontrolle in Brüstungsnähe aufgestellt.

Die Prospektgestaltung wird sich als moderne Lösung ohne historische Anleihen präsentieren und befindet sich derzeit in der Entwicklung.

 

 

 

Disposition

I. Hauptwerk C-c4

  1. Flûte 16'
  2. Principal 8'
  3. Gambe 8'
  4. Gedackt 8'
  5. Octave 4'
  6. Hohlflöte 4'
  7. Großterz 3 1/5'
  8. Quinte 2 2/3'
  9. Blockflöte 2'
  10. Cornett 5f. 8' (ab g°)
  11. Mixtur 4f. 1 1/3'
  12. Fagott 16'
  13. Trompete 8'

II. Positiv C-c4

  1. Offenflöte 8'
  2. Nachthorn 4'
  3. Quintflöte 2 2/3'
  4. Octave 2'
  5. Terz 1 3/5'
  6. Larigot 1 1/3'
  7. Piccolo 1'
  8. Cymbale 2f. 1'
  9. Cromorne 8'
    Tremulant (regulierbar)

III. Schwellwerk C-c4

  1. Bourdon 8'
  2. Salicional 8'
  3. Voix céleste 8'  (ab c°)
  4. Traversflöte 4'
  5. Fugara 4'
  6. Nasat 2 2/3'
  7. Waldflöte 2'
  8. Terzian 2f. 1 3/5'+1 1/3'
  9. Trompette harmonique 8'
  10. Oboe 8'
  11. Vox humana 8'
    Tremulant (regulierbar)

IV. Solo (Altarwerk, schwellbar) C-c4

  1. Flûte harmonique 8'
  2. Flûte harmonique 4'
  3. Nazard harmonique 2 2/3'
  4. Octavin 2'
  5. Tierce harmonique 1 3/5'
  6. Clarinette 8'

Pedal C-g1

  1. Subbass 16'
    Flûte 16' (Transmission aus HW)
  2. Quintbass 10 2/3'
    Flûte 8' (Ext.)
    Gedacktbass 8' (Ext.)
    Flûte 4' (Ext.)
    Flûte 2' (Ext.)
  3. Théorbe 3f. 6 2/5'+4 4/7'+3 5/9'
  4. Bombarde 16'
    Fagott 16' (Transmission aus HW)
    Trompete 8' (Ext.)
    Fagott 8' (Ext.)


    Normalkoppeln mechanisch:
    II-I, III-I, III-II, I-P, II-P, III-P

    Sonstige Koppeln elektrisch:
    IV-I, IV-II, IV-III,
    Sub/Super II, III, IV,
    Super III-P

    Weitere Koppeln frei programmierbar

    Setzeranlage