Orgelwerke

Seoul (KR), Mokdong St. Paul´s Church

Neubau | III/38 (3 Ext.) | opus 1023 | 2028

Die katholische Gemeinde geht auf das Jahr 1930 zurück, als man im damaligen Dorf Sinjeongdong eine kleine Gottesdienststation eingerichtete, die 1965 zu einer eigenständigen Mission ausgebaut wurde. 1972 erfolgte die Gründung der Pfarrei St. Paulus der Erzdiözese Seoul. Durch die rasante Stadtentwicklung des heutigen Stadtteils Mokdong wuchs auch die Gemeinde stark an, so dass 1996 ein neuer Gebäudekomplex mit großer Kirche, mehreren Andachts- und Gemeinderäumen und einem Bildungszentrum eingeweiht wurde.

Die großzügige Kirche besitzt eine dreischiffige Anlage und zeichnet sich durch klare geometrische Formen aus. Eine Vielzahl meist kleine Fenster belichten den Raum. Die schlicht-moderne Gestaltung konzentriert sich auf den Altar als das liturgische Zentrum. Die Innenansicht wird bestimmt durch die gemauerten Ziegelwände im Kontrast mit den Betonsäulen und dem gefalteten hölzernen Satteldach.

Die große rückwärtige Chorempore ist in beiden Seitenschiffen um ein Joch nach vorne verlängert. Auf diesen Seitenemporen wird unsere neue Orgel aufgestellt – aufgeteilt in zwei Klangkörper mit jeweils zwei Prospektseiten zum Haupt- und Seitenschiff. Links befinden sich Hauptwerk und Schwellpositiv, während auf der rechten Seitenempore Pedal und Schwellwerk untergebracht sind. Der freistehende Spieltisch steht in der klanglichen Mitte auf der Hauptempore mit direktem Kontakt zu den Chören. 

Die weit vorgezogene Position rückt die Orgel nahe an die Gemeinde und sorgt für eine gleichmäßige Beschallung der Kirche. Die freie Aufstellung der inneren Anlage begünstigt die Klangabstrahlung zusätzlich. Die Prospektgestaltung der vier Fassaden orientiert sich in Form und Charakter an der Architektur und integriert die Orgel harmonisch in die Umgebung.

Klanglich ist das Instrument ganz darauf ausgelegt, den Gemeindegesang, die Chorbegleitung und das liturgische Repertoire zu unterstützen. Das Konzept ist von der englischen und französischen Chororgel-Tradition inspiriert, die den Schwerpunkt auf eine breite Palette an Grundstimmen, einen voluminösen Bass sowie ausdrucksstarke Zungenregister setzt. Dies ermöglicht sowohl sanfte Registrierungen für meditative Momente als auch einen breiten, tragenden Klang zur Begleitung des Gemeindegesangs in der vollbesetzten Kirche. Die Disposition steht in einem angemessenen Verhältnis zur Größe des Raumes, seinen akustischen Eigenschaften und den musikalischen Anforderungen. 

Im Hauptwerk stehen sich nach englischer Art zwei unterschiedlich mensurierte Prinzipale 8' gegenüber. Hier und im schwellbaren Positiv bereichern ebensolche Zungenstimmen das Ensemble, während die Palette im Schwellwerk um Eigenschaften eines französischen Récit erweitert wird. Die verschiedenen Streicher verleihen dem Klang eine anpassungsfähige Zeichnungsfähigkeit. Hervorzuheben sind ein eigenständiger Hauptwerks-Prinzipal 16', der extrem weit mensurierte und raumfüllende Open Diapason 16' im Pedal, sowie ein akustischer 32-Fuß. Eine großzügige Windversorgung und dementsprechende Auslegung der Kanal- und Kanzellenkonstruktion sind für das Funktionieren solch eines Konzeptes unabdingbar. Nicht zuletzt kommt unsere umfassende intonatorische Erfahrung in der englischen und französischen Romantik zum Einsatz, wodurch letztlich erst die gewünschten klanglichen Eigenschaften zu erreichen sind.

Disposition

I. Hauptwerk C-a3

  1. Prinzipal 16'
  2. Prinzipal major 8'
  3. Prinzipal minor 8'
  4. Violoncello 8'
  5. Harmonieflöte 8'
  6. Oktave 4'
  7. Hohlflöte 4'
  8. Superoktave 2'
  9. Mixtur 4-fach 1 1/3'
  10. Double Trumpet 16'
  11. Trumpet 8'
    II - I, III - I, Sub/Super I

II. Positiv (schwellbar) C-a3

  1. Praestant 8'
  2. Gedackt 8'
  3. Salizional 8'
  4. Oktave 4'
  5. Hohlflöte 4'
  6. Nazard 2 2/3'
  7. Flachflöte 2'
  8. Terz 1 3/5'
  9. Cornopean 8'
    Tremulant
    III - II, Sub/Super II

III. Schwellwerk C-a3

  1. Geigenprinzipal 8'
  2. Flauto amabile 8'
  3. Violine 8'
  4. Vox coelestis 8'
  5. Fugara 4'
  6. Flauto dolce 4'
  7. Piccolo 2'
  8. Plein jeu 3-fach 1 1/3'
  9. Trompette harmonique 8'
  10. Basson-Hautbois 8'
    Tremulant
    Sub/Super II

Pedal C-f1

  1. Untersatz 32' (C-H akustisch mit 10 2/3', ab c° aus Subbass 16')
  2. Open Diapason 16'
  3. Subbas 16'
  4. Oktavbass 8' (Ext.)
  5. Flötbass 8'
  6. Choralbass 4'
  7. Posaune 16'
  8. Trompete 8' (Ext.)
    I - P, II - P, III - P, Super III - P


    elektrische Trakturen (Schleifladen)
    Setzeranlage mit Touch-Display
    Crescendo