Orgelwerke

Gebhardshain, Ev. Kirche
Neubau | II/20 (8 Ext. + 9 Tr.) | Opus 1022 | 2026
Die evangelische Kirche in Gebhardshain wurde 1863 geweiht. Der einschiffige Innenraum mit sichtbarer Dachkonstruktion zeigt Elemente des Rundbogenstils, bleibt jedoch insgesamt bis auf Blendsäulen mit korinthischen Kapitellen und einem bunt verglasten Polygonalchor sehr schlicht und zurückhaltend.
2026 haben wir an der Position des abgängigen Vorgängerinstrumentes eine neue Orgel errichtet. Die asymmetrische Aufstellung auf der rechten Emporenseite ergibt sich aus den Platzverhältnissen, die für das gemeinsame Musizieren mit Chören und Instrumentalisten erforderlich sind. Für eine optimale Raumnutzung wurde das Instrument als seitenspielige Brüstungsorgel konstruiert. Die Prospektgestaltung orientiert sich an der einfachen Formensprache des Raumes.
Um die begrenzte Registerzahl möglichst vielseitig nutzen zu können, wurde hier ein Konzept verwirklicht, bei dem herkömmliche Register auf einer Windlade mit einzeltongesteuerten Extensionsreihen kombiniert sind. Die integrierte Tonlochmaskierung bewirkt, dass eine per Transmission angesteuerte und bereits klingende Pfeife nochmals neu anspricht. Der Prinzipalchor mit Klangkrone bildet ein Plenum als klangliches Rückgrat. In einem Schwellkasten stehen sieben weitere Registerreihen für die ergänzenden Klangfarben, die mittels Oktavextensionen in mehreren Fußtonlagen gespielt werden können. Bis auf die changierende Zungenreihe sind die jeweils zu einer Pfeifenreihe gehörigen Register an der gleichen Benennung erkennbar. Auf beiden Manualen stehen sowohl die Prinzipalregister als auch die schwellbaren Farb- und Füllstimmen zur Verfügung. Das Pedal enthält zusätzlich zu diversen Transmissionen eine eigene, ebenfalls erweiterte Gedacktreihe auf 16‘-Basis. Die konzeptionell bedingte elektrische Traktur ermöglicht durch die integrierte Setzeranlage weitreichende Möglichkeiten der musikalischen Verwendung. Das Konzept wurde vom Orgelsachverständigen Michael Müller-Ebbinghaus (Evangelische Kirche im Rheinland) entworfen und gemeinsam mit unserer Werkstatt finalisiert.
Disposition
Manuale I.+II. C-g3
- Prinzipal 8'
- Oktave 4'
- Superoktave 2'
- Mixtur 3f. 2 2/3'
im Schwellkasten: - Bordun 16'
- Flöte 8'
- Gambe 8'
- Bordun 8' (Ext.)
- Flöte 4' (Ext.)
- Gambe 4' (Ext.)
- Quinte 2 2/3'
- Piccolo 2'
- Terz 1 3/5'
- Quinte 1 1/3' (Ext.)
- Piccolo 1' (Ext.)
- Fagott 16'
- Oboe 8' (Ext.)
Pedal C-f1
- Gedackt 16'
Bordun 16' (Tr.)
Prinzipal 8' (Tr.)
Flöte 8' (Tr.)
Gambe 8' (Tr.) - Gedackt 8' (Ext.)
Oktave 4' (Tr.) - Gedackt 4' (Ext.)
Mixtur 3f. 2 2/3' (Tr.)
Fagott 16' (Tr.)
Oboe 8' (Tr.)
Oboe 4' (Tr.)
3 Normalkoppeln
Tremulant Schwellwerk
Crescendowalze
Setzeranlage





