Orgelwerke

Linz, Anton Bruckner Universität
Neubau einer Konzert- und Übungsorgel nach Cavaillé-Coll | III/22 | 2016 | Opus 1006
Aus dem ehemaligen Bruckner-Konservatorium ging 2004 die Anton-Bruckner-Privatuniversität in Linz hervor. Für den Kammermusiksaal des neuen Universitätsgebäudes errichteten wir 2016 eine neue Konzert- und Studienorgel als französisch-romantische Stilkopie.
Das Klangkonzept des dreimanualigen Ausbildungsinstrumentes entspricht der um 1865 gepflegten Orgelbautradition von Aristide Cavaillé-Coll. Ziel unserer Arbeiten war es, einen großen Kathedralorgelklang auf den ca. 165 m² großen Raum hin zu miniaturisieren, ohne aufdringlich zu wirken. Dies stellte erhebliche Ansprüche an Mensurierung, Intonation und die notwendigen Windverhältnisse.
Die Disposition bietet eine Vielzahl an charakteristischen Stimmen, die sich gegenseitig ergänzen und typischerweise hervorragend miteinander zu neuen Klangfarben verschmelzen. Die Register des Positif können einzeln ins Pedal transmittiert werden. Neben zwei Oktavkoppeln ist darüber hinaus Cavaillé-Colls System der „pédales de combinaison“ vorhanden, das zusammen mit der historischen Spielanlage und Pedalerie eine authentische Registrierweise zulässt.
Den Vorbildern entsprechend wurden die Trakturen mechanisch angelegt. Um der modernen Konzertpraxis entgegenzukommen, ist die Registersteuerung mit einer Doppeltraktur (mechan./elektr.) und einer Setzeranlage ausgestattet. Die zusätzlichen Ventile der „jeux de combinaison“ werden mittels eines kleinen pneumatischen Barkerhebels innerhalb der Windladen angesteuert, so dass bei deren Verwendung die elegante Spielbarkeit erhalten bleibt.
Der historische Bezug im klanglich-technischen Bereich zeigt sich auch visuell in der Prospektgestaltung. Der aufwendige Entwurf ist von der Cavaillé-Coll-Orgel im Moskauer Tschaikowski-Konservatorium inspiriert. Sehen Sie hier ein Video vom Gestaltungsprozeß.
Disposition
I. Grand Orgue C-a3
- Montre 8'
- Bourdon 8'
- Prestant 4'
- Quinte 3' *
- Doublette 2' *
- Plein Jeu 4f. *
- Cornet 4f. ab g0 *
- Trompette 8' *
II. Positif C-a3
- Bourdon 16'
- Flûte harmonique 8'
- Violoncelle 8'
- Octave 4'
III. Récit expressif C-a3
- Bourdon 8'
- Viole de Gambe 8'
- Voix celeste 8'
- Flûte octaviante 4'
- Octavin 2' *
- Trompette harm. 8' *
- Basson-Hautbois 8'
- Voix humaine 8'
Trémolo
Pédale C-f'
- Contrebasse 16'
Soubasse 16' Transmission aus dem II. Manual
Flûte 8' Transmission aus dem II. Manual
Violoncelle 8' Transmission aus dem II. Manual
Octave 4' Transmission aus dem II. Manual - Bombarde 16' *
* = Jeux de combinaison
Koppeln:
Tirasse: Grand Orgue, Positif, Récit expressif
Copula: R. P., R. G.O., P. G.O.
Octaves graves R., Aigue R. PED.
Appel G.O., R., PED.
mechanische Spieltraktur, mechanische Registertraktur mit Setzeranlage (Doppelregistratur)






